04 | Cna Rotondo – Furkapass

Zur Rhone-Quelle

Auch diese Nacht war ruhig, ich stehe auf als die Bergsteigergruppe gerade loszieht. Die beiden Steinböcke von gestern Abend waren heute Morgen auch noch auf Besuch, ich habe sie aber verpasst.

Ich verabschiede mich von meinen Hüttenkumpanen und fädle mit etwas Mühe meinen Weg Richtung Furkapass ein. Auf der Krete ist die Markierung dann wieder eindeutig und ich komme gut voran. Ich halte kurz an, um ein Bedürfnis los zu werden und als ich mich wieder umkehre steht nicht weit weg ein Duzend Hirsche. Ich gehe in die Hocke und beobachte sie. Sie sind nervös, haben etwas gespürt, warum pfeifen die Murmeltiere und laufen so hektisch rum, scheinen sich zu fragen. Als sie mich erspähen, springen sie schnell hinter einer Moräne und rüber zur andere Talseite.

Von meinem Standort aus sehe ich das Hochplateau und den Übergangsattel wo ich hinmuss, es ist aber noch ein langer Weg, Tal einwärts, Fluss überqueren und dann die andere Talflanke hoch.
Zum Mittagessen halte ich auf dem Sattel auf 2732m an, auf der anderen Seite sieht man schon das Etappenziel, den Furkapass.

Dank den Schneefelder bin ich schnell beim Pass und somit entscheide ich mich weiter nach Gletch zu laufen. Die Alpenflora blüht hier wieder prächtig, ich umgehe eine glotzende und komisch gehörnte Schafherde bis zur Zwischenstation der historischen Furka-Dampfbahn. Wie bestellt fährt diese Spielzeugbahn dampfend an mich vorbei und lässt sich samt winkenden Touristen ablichten.

Rechts oben tobt die junge Rhone runter, meine dritte Quelle, der Gedenkstein ist aber oben beim Belvedere, ausserhalb meiner Reichweite.

In Gletch geht eine weitere intensive Etappe zu Ende. Ich lege die Beine hoch, geniesse ein Stück Kuchen, organisiere die nächsten Übernachtungen und schaue dem lustigen Treiben um die Dampfloki an.

Meine Etappe:

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